


Burg Oberneisen
Die einsame Wand des Aartals
Historie
Etwa acht Kilometer südlich von Limburg, dort wo der Kaltenbach, der Welsbach und der Herbach in die Aar münden, erhielt im Jahre 1288 der Ritter Markolf von Nesen ein befestigtes Haus zum Lehen. Das niederadelige Geschlecht der Herren von Nesen, Vögte des Stifts St. Alban in Mainz, starb weniger als 150 Jahre später (1424) mit dem Tod von Adam Beyer von Nesen im Mannesstamm aus, woraufhin die Burg an die Herren von Eppstein fiel und unbewohnt blieb. Wann die Anlage zur Ruine wurde, ist nicht bekannt, dass sie beim Neubau des Kirchenchores 1525 als Steinbruch diente, ist hingegen wohl nachzuweisen. Im 19. Jahrhundert war die Burg zunächst im Besitz der Nassauischen, ab 1866 dann der Preußischen Domänenverwaltung. Seit 1965 wird sie von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz betreut, die die Mauerreste 2008 restaurierten ließ.
Aus der ortsansässigen Adelsfamilie ist Elisabeth von Nesen als historische Figur und Bewohnerin der Burg besonders erwähnenswert. Sie gilt als Vorfahrin vieler europäische Herrscherhäuser. Ihre Nachkommen sitzen beispielsweise in Belgien, Großbritannien, Lichtenstein, Luxemburg, den Niederlanden und in Spanien auf dem Thron. Im Dom des Aartals befindet sich eine sehenswerte Ahnentafel.
Beschreibung der Anlage
Die noch heute erhaltene eindrucksvolle 20 Meter lange und vierstöckige Mauer, die einem ehemaligen gotischen Burghaus zugeschrieben wird, prägt heute das Ortsbild und lässt auf die einstige imposante Wirkung der Burg schließen. Vor Ort lassen sich in den wenige Mauerresten noch Ansätze von rechteckigen Fenstern, Türen teilweise im Stichbogen geschlossen und Giebeln erkennen. Die Anlage ist jederzeit öffentlich zugänglich.
Ready to visit?
- Die Burgruine wird durch die Einrichtung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Burgen Schlösser Altertümer betreut und kann jederzeit und kostenfrei besichtigt werden.
- Es sind keine Toiletten vorhanden.
- Hunde sind auf dem Gelände gestattet.

Öffnungszeiten
Die Burgruine ist jederzeit frei zugänglich.
Eintrittspreis
Die Burgruine ist kostenfrei zugänglich.
Adresse
Burgruine Oberneisen
Kirchberg,
65558 Oberneisen
Parkplätze stehen im Ort zur Verfügung.
Literatur & Quellen
- Backes, Magnus & Straeter, Heinz: Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz. Edition Burgern, Schlösser, Altertümer. Führungsheft 7, Regensburg 2003.
- Kohlbecher, Ben: Die Burgen an der Lahn und ihren Seitentälern, Bremen 2016.
- Luthmer, Ferdinand: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Lahngebiets: Oberlahnkreis, Kreis Limburg, Unterlahnkreis., Band II: Die Bau- und Kunstdenkmäler des östlichen Taunus. Heinrich Keller, Frankfurt am Main 1905.
- Taunus Club (Hrsg.): Die Burgen und Wehrbauten im Taunus und im unteren Lahngebiet. Band II. Westlicher Taunus und westliches Lahngebiet. Beilage zum Jahresbericht des Taunus Clubs für 1897, Frankfurt am Main 1898.
- https://kulturerbe-westerwald-lahn.de/weitere-monumente/burgruine-oberneisen (Abgerufen: 24.12.2025)
- Flyer, Stand 2021: https://kulturerbe-westerwald-lahn.de/fileadmin/Region_Westerwald_Lahn_Taunus/Flyer_Oberneisen.pdf
- Beschilderung vor Ort (02-07-2021)






