Klosterruine Brunnenburg

Verborgen, aber nicht vergessen

Hoch über der Lahn, auf einem aufsteigenden waldigen Felsen, liegt nahe des 260 Seelen Dorfes Bremberg gut versteckt im Wald, die Ruine des ehemaligen Benediktinerklosters Brunnenburg, das im Testament von Erzbischof Johann I. von Trier (1140-1212) erstmals Erwähnung findet. Im Jahr 1211 musste das Kloster jedenfalls bereits fertiggestellt gewesen sein, da der Erzbischof vor dem Hochaltar der Klosterkirche eine ewige Lampe stiftete. Die Gründung des Klosters geht zurück auf Gisela, eine Tochter des Grafen von Katzenelnbogens sowie Nichte von Ludwig III. von Arnstein, der als Gründer des nicht weit entfernten Klosters Arnstein gilt. Zu diesem bis 2018 bestehenden Prämonstratenserkloster bestand einst eine enge Verbundenheit. Als Patron des Klosters Brunnenburg wurde der Heilige Alexander genannt. Zur Baugeschichte der Anlage ist wenig bekannt. Mit dem Aussterben der gräflichen Familie von Katzenelnbogen im Mannesstamm gelangte sie in den Besitz der Landgrafen von Hessen und wurde nach rund 300jährigem Bestehen im Jahr 1542 im Zuge der Reformation durch den Landgrafen Philipp aufgelöst. Das Kloster Gronau erhielt dabei die Einnahmen und Ländereien. Da das Klosterarchiv verloren ging, geben nur wenige erhalten gebliebene Urkunden Auskunft über die Historie der Anlage und das Leben im Kloster. Erste Hinweise finden sich im Nekrologium in Arnstein, in dem für das Kloster Brunnenburg von 4 Pröbsten, 15 Äbtissinnen und 5 Priorissen die Rede ist. Die Adelsfamilien der Region schickten gern ihre Töchter nach Brunnenburg. Bei Auflösung wurde den verbliebenen Nonnen entweder Bleiberecht oder eine finanzielle Abfindung geboten. Nach dem Weggang der letzten Bewohnerinnen verfielen die Gebäude, die zum Teil auch als Baumaterial neue Verwendung fanden. Erhalten geblieben sind heute Fragmente des Chores und der Seitenschiffe sowie Teile der auch heute noch eindrucksvollen Westwand. Auch das Gewölbe eines Kellers kann bei genauerer Betrachtung des Geländes identifiziert werden. 

In den 70er Jahren fanden durch das Ehepaar Ingrid und Günter Maag erste archäologische Ausgrabungen und Forschung vor Ort statt, die in einer fünfteiligen Berichterstattung in den Nassauer Annalen veröffentlicht wurden. Mit dem seit August 2025 erfolgtem Übergang von Privat- in Gemeindebesitz hat für die Ruine eine neue Zeit begonnen. Die Gemeinde Bremberg hat sich die Sicherung sowie den Erhalt der verbliebenen Mauern zum Ziel gesetzt, die bereits heute einen Teil der Bremberger Identität ausmachen. 

Ready for visit?

  • Die Anlage ist seit 2025 im Gemeindebesitz von Bremberg. 
  • Das Gelände ist frei zugänglich.
  • Die Ruine liegt abseits der Dorfstraßen und kann nur über den Wanderparkplatz sowie einen etwa 10-minütigen Fußweg erreicht werden. Der Fernwanderweg E1 sowie der Lahnhöhenweg passieren die Brunnenburg ebenfalls. Für eine Tageswanderung von etwa 4-5 Stunden ist die vor Ort ausgeschriebene Route des Klosterwegs perfekt geeignt, die über den historischen Verbindungsweg zwischen dem Mönchskloster Arnstein und dem Nonnenkloster Brunnenburg führt.
  • Auf dem Anlage sind keine Toiletten vorhanden.
  • Hunde sind auf dem Gelände gestattet.

Öffnungszeiten

Die Klosterruine ist jederzeit frei zugänglich.




 


 

Eintrittspreis

Die Klosterruine ist kostenfrei zugänglich.

Adresse

Klosteruine Brunnenbug
Wanderparkplatz Brunnenburg in Bremberg

Auf dem Wanderparkplatz stehen wenige Parkplätze zur Verfügung.

 

 

 

Literatur & Quellen

  • Luthmer, Ferdinand: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirkes Wiesbaden., Band II: Die Bau- und Kunstdenkmäler des östlichen Taunus. Heinrich Keller, Frankfurt am Main 1905.
  • Taunus Club (Hrsg.): Die Burgen und Wehrbauten im Taunus und im unteren Lahngebiet. Band II. Westlicher Taunus und westliches Lahngebiet. Beilage zum Jahresbericht des Taunus Clubs für 1897, Frankfurt am Main 1898.
  • Beschilderung vor Ort (08.06.2024; 24.04.2026)
  • https://brunnenburg.de/ (Stand: 01.05.2026)
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