Ruine Margarethenkirche

Grablege der Grafen von Arnstein

Historie

Das Kloster Arnstein thront hoch über der Lahn und ist bereits von Weitem zu erkennen. Die Ruine der Margarethenkirche jedoch, die sich am Fuße des Klosterbergs befindet, ist ein kleiner Geheimtipp und kann leicht übersehen werden. Erbaut wurde sie wahrscheinlich Anfang des 12. Jahrhunderts und diente den Grafen von Arnstein als Grablege in unmittelbarer Nähe zur Stammburg. Dendrochronologische Untersuchungen datieren die Entstehung ins Jahr 1115. Graf Ludwig III. von Arnstein wandelte die Burg in ein Prämonstratenserkloster um, in das er selbst eintrat und die Margarethenkirche in dessen Besitz übergab. Diese wurde nun als Pfarrkirche des naheliegenden Ortes Seelbach genutzt. Die neue Aufgabe erforderte einen Umbau der Westempore, der nach dendrologischer Untersuchung 1140 stattfand. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Margarethenkirche dem Verfall preisgegeben, als sie infolge der Säkularisation und der Aufgabe des Klosters zum Abbruch veräußert wurde. In diesem Zuge wurde ihre Funktion als Pfarrkirche von Seelbach an die Klosterkirche Arnstein übertragen. Zu ihrer Glanzzeit war die Margarethenkirche die Mutterkirche von insgesamt 72 Kirchen und Kapellen im Gebiet des Westerwaldes und des Taunus. Im Jahre 1946 ging die Ruine in den Besitz des Landes Rheinland-Pfalz über und wird seit 1987 von der Schlösserverwaltung betreut. Um weitere Schäden am Mauerwerk zu verhindern wurden Ende der 1980er Jahre bauarchäologische Untersuchungen durchgeführt, die als Grundlage für die Sicherung der Bausubstanz in den Folgejahren dienten. 

 

Beschreibung der Anlage

Durch den Materialabbruch ist heute von der Margarethenkirche nicht mehr erhalten als eine Ruine. Einst war sie eine einfache romanische Pfeilerbasilika, die weder Turm noch Querschiff aufwies. Die aus der Erbauungszeit stammenden Außenmauern in Nord- und Südrichtung sind noch heute bis zum Dachansatz erhalten, wobei die fünf Arkaden, die einst die südliche Außenmauer zierten, zu späterer Zeit zugemauert wurden. Die zwei rundbogigen Pforten im Norden stammen ebenso aus dieser Zeit. Die Rundfenster der Westseite, von denen das untere bereits vermauert wurde, gehen auf Umbauten im 17. Und 18. Jahrhundert zurück. Die als Grablege der Grafen von Arnstein genutzte Gruft liegt unter dem Chor und ist heute verschüttet. Hier sollen auch die sterblichen Überreste einige Grafen von Nassau sowie weiterer Adeliger des Lahntals liegen. 

Ready to visit?

  • Die Kirchenruine wird von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer in Rheinland-Pfalt bertreut und kann jederzeit und kostenfrei besichtigt werden.
  • Es sind keine Toiletten vorhanden.
  • Hunde sind auf dem Gelände gestattet.

Öffnungszeiten

Die Kirchenruine ist jederzeit frei zugänglich.



 

Eintrittspreis

Die Kirchenruine ist kostenfrei zugänglich.

Adresse

Ruine Margarethenkirche
56379 Obernhof

Parkplätze stehen am Kloster Arnstein zur Verfügung.

 

 

Literatur & Quellen

  • Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I. Regierungsbezirke Gießen und Kassel, München 2008.
  • Backes, Magnus & Straeter, Heinz: Staatliche Burgen, Schlösser und Altertümer in Rheinland-Pfalz. Edition Burgern, Schlösser, Altertümer. Führungsheft 7, Regensburg 2003.
  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Direktion Burgen, Schlösser, Altertümer (Hrsg.): Entdeckungsreise. Burgen, Schlösser, Altertümer in Rheinland-Pfalz, 2003. https://online.fliphtml5.com/rtymp/uekb/ (Stand: 14.05.2026)
  • Kohlbecher, Ben: Die Burgen an der Lahn und ihren Seitentälern, Bremen 2016.
  • Losse, Michael: Die Lahn. Burgen und Schlösser. Von Biedenkopf und Marburg über Gießen, Wetzlar und Weilburg bis Limburg, Nassau und Lahnstein, Petersberg 2007.
  • Taunus Club (Hrsg.): Die Burgen und Wehrbauten im Taunus und im unteren Lahngebiet. Band II. Westlicher Taunus und westliches Lahngebiet. Beilage zum Jahresbericht des Taunus Clubs für 1897, Frankfurt am Main 1898 
  • https://kulturerbe-westerwald-lahn.de/weitere-monumente/ruine-margarethenkirche (Stand: 14.05.2026)
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