


Schloss Heltorf
Grafensitz mit historischem Rhododendron-Idyll
Historie
Auf halber Strecke zwischen den beiden Stadtkernen von Duisburg und Dortmund, im nördlichsten Stadtteil der Borussen-Stadt, befindet sich das Schloss Heltorf, idyllisch eingebettet in einen englischen Landschaftsgarten. Der Stadtteil Angermund findet 1188 das erste Mal urkundliche Erwähnung im Verzeichnis des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg, während das Schloss als Haus Helethorpe bereits im 11. Jahrhundert erwähnt und 1167 Otto von Heldrop als Besitzer genannt wurde. Bevor das Anwesen etwa 200 Jahre im Besitz der Familie von Lohausen war, die es 1360 unter Thomas von Lohausen, genannt Troisdorf, und dessen Frau Aleide von Geynhoven erwarben, war sie zu Beginn des 14. Jahrhunderts in den Händen von Ritter Heinrich von Grafschap, dessen Sohn die Anlage dann veräußerte. Die Vermählung mit der Erbtochter Marie sicherte das Ensemble für Wilhelm von Scheid, genannt Weschpfennig. Die heutige Besitzerfamilie erhielt Schloss Heltorf 1649 ebenfalls durch eine Hochzeit. Enkelin Maria ehelichte Christian von Spee, der 1669 mit einem Umbau des Gebäudes zum Schloss beginnt, nachdem es im Dreißigjährigem Krieg zu Zerstörungen kam. Etwa 25 Jahre später wurde das Gebäude um einen neuen Vorhof ergänzt. Das Ensemble ist bis heute im Besitz der Familie von Spee und wird von den Nachfahren bewohnt und bewirtschaftet.
Beschreibung der Anlage
Zu Beginn des 19. Jahrhundert wurde das als Schloss bezeichnete Herrenhaus nach Plänen des Architekten Heinrich Theodor Freyse neu errichtet. Es handelt sich dabei um einen schlichten dreigeschossigen Bau im klassizistischen Stil, der um zwei zweigeschossigen Seitenflügeln und eine romanische Kapelle ergänzt wurde. Die Bibliothek, die gegenüber der Schlossskapelle in einem turmartigen Anbau untergebracht ist, beherbergt eine beachtliche Sammlung alter Bücher. Der große Gartensaal gilt mit seinen Fresken der Düsseldorfer Malerschule, die Ausschnitte aus dem Leben Friedrich Barbarossas darstellen, als kunsthistorisches Denkmal. Diese stammen aus den Händen der renommierten Fresken- und Historienmaler Karl Stürmer, Heinrich Mücke, Carl Friedrich Lessing und Hermann Freihold Plüddemann und wurden zwischen 1826 und 1841 illustriert.
Die dreiflügelige Vorburg in Backsteinoptik aus dem späten 17. Jahrhundert weist an den Ecken jeweils einen zweistöckigen Eckturm auf, die von einer geschweiften und geschieferten Haube mit Kugel geschmückt werden. Die steinerne Brücke ersetzt heute eine ehemalige hölzerne Zugbrücke und führt direkt auf das von Pilastern gerahmten Portal des Baukomplexes, über dem die Wappen der Familien von Spee und von Loesche sowie die Zahl 1696 zu finden ist.
Das Schlossensemble wird durch einen idyllischen Landschaftspark ergänzt, der auf eine Vision des französischen Mönchs Abbé Biarelle zurückgeht. Carl-Wilhelm Graf von Spee nahm die Idee auf und pflanze im Jahr 1799 einen Tulpenbaum, der wohl noch heute im Park zu bestaunen ist. Die konkrete Planung übernahm dann zu Beginn des 18. Jahrhunderts der Gartenarchitekt Maximilian Friedrich Weyhe. In den Folgejahrhunderten wuchs der Park mit jeder Generation auf eine heutige Größe von 54 ha. Das gut ausgebaute Wegenetz misst zwölf Kilometer Strecke und kann für ausgedehnte Spaziergänge genutzt werden. Die Anlage ist am Wochenende für die Öffentlichkeit zugänglich und begeistert mit hunderten verschiedenen Baumarten sowie exotischen Gehölzen und der zweitältesten Rhododendronbepflanzung in Deutschland.
Ready to visit?
- Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
- Der englische Landschaftpark ist für die Öffentlichkeit zugänglich (Öffnungszeiten beachten!).
- Hunde sind auf dem Gelände gestattet, müssen aber an der Leine geführt werden.

Öffnungszeiten
Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Der englische Landschaftsgarten ist in den Sommermonaten am Wochenende und an den Feiertagen von 10.00 - 18.00 Uhr geöffnet.
Hunde sind an der Leine zu führen.
Eintrittspreis
Erwachsene: 3,50 €
Kinder unter 14 Jahre sind kostenfrei.
Adresse
Schloss Heltorf
Heltorfer Schlossallee 100
40489 Düsseldorf-Angerund
Offizielle Parkplätze stehen am Schloss nicht zur
Verfügung.
Literatur & Quellen
- Ferber, Heinrich: Die Rittergüter im Amte Angermund. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsverein. 7, 1893.
- Fischer, Ludger & Kreß, Hans-Ulrich: Die schönsten Schlösser und Burgen am Niederrhein, Gudensberg-Gleichen 2004.
- Maresch, Hans & Maresch, Doris: Nordrhein-Westfalens Schlösser, Burgen & Herrensitze, Husum 2015.
- https://forst-graf-spee.de/schlosspark-heltorf/
(Stand: 25.04.2026)




